Schon 1990 wurde die zweigeschossige Wohnstätte Bodelschwingh des Vereins „Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Dortmund“ eröffnet, doch es gab keine barrierefreien Räume und somit konnten keine Rollstuhlfahrer oder Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen aufgenommen werden. 2009 zog die Lebenshilfe in das 800 Meter entfernte, neu errichtete Gebäude am Schlosspark. Jetzt sind von 24 Einzelzimmern acht rollstuhlgerecht eingerichtet. Je acht Bewohner zwischen 22 und 64 Jahren leben in drei Wohngemeinschaften, deren Zentrum der Gemeinschaftsraum und die Essküche bilden. „Die besonders ansprechende Architektur – das ist das herausstechendste Merkmal des Gebäudes“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Andreas Schwohnke.
WG-Gefühl statt Heimcharakter.Sich zu Hause fühlen, wo man lebt
In der Wohnstätte wohnen Menschen mit unterschiedlich ausgeprägten geistigen Behinderungen. „Wir betreuen Autisten, Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen und auch Menschen, die relativ selbstständig leben können. Manche Bewohner haben eine Doppeldiagnose, sind geistig und psychisch beeinträchtigt“, so Benjamin Bruns, stellvertretender Wohnstättenleiter. Mit welchem Grad der Behinderung die Bewohner auch leben müssen – der Betreuungsbedarf ist hoch und wird von 30 Mitarbeitern 24 Stunden am Tag gewährleistet. „Wir wollen den Menschen das Gefühl geben, wirklich zu Hause zu sein“, beschreibt Benjamin Bruns die Mission der Betreuer. „Deshalb wollten wir weg vom Heimcharakter und hin zu einem ‚WG-Gefühl‘.“ Dieses Gefühl soll die Basis für eine Integration bilden, denn das Fernziel der Lebenshilfe lautet Eingliederung, so weit wie möglich auch in das Arbeitsleben.
Gute Nachbarschaft wird geschätzt
Mit ihrer neuen Wohnsituation sind die Bewohner sehr zufrieden“, freut sich Benjamin Bruns. „Positiv ist auch, dass wir zu den Nachbarn ein gutes Verhältnis haben und sie uns akzeptieren.“ Achim Depenbrock von der Wohnraumförderung der NRW.BANK, die den Neubau mit einem Wohnungsbaudarlehen von mehr als 700.000 Euro gefördert hat, beeindruckt, dass viele Partner das Projekt unterstützen, etwa die Bank für Sozialwirtschaft, die Aktion Mensch und die Stiftung Wohlfahrtspflege. „Ich finde es sehr positiv, dass dem gemeinnützigen Lebenshilfe-Verein heute mehr als 200 Eltern, Freunde und Förderer angehören, die es Menschen mit Behinderungen ermöglichen, so selbstständig wie möglich zu leben.“
Hell und gemütlich: Wohnung in der Wohnstätte Bodelschwingh.Das Leben leichter machen
„Als Förderbank unterstützen wir Menschen, die es schwer haben“, erklärt Rainer Hahn von der Wohnraumförderung. „Menschen, die Probleme haben, sich auf dem Wohnungsmarkt angemessen mit Wohnraum zu versorgen. Mit barrierefreiem Wohnraum und modernsten Energiestandards erleichtern wir ihnen das Leben.“
Achim Depenbrock, NRW.BANK Wohnraumförderung, und Andreas Schwohnke, Geschäftsführer der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Dortmund e. V. (v. l.)Energiebewusste Sanierung
Insgesamt ergab sich für die Gemeinde ein Investitionsvolumen von 667.000 Euro. Die NRW.BANK bewilligte eine Projektförderung von 333.500 Euro. „Die Vergabe der Förderung an die Gemeinde Hille erfolgte als Direktkredit. Der Antrag konnte direkt bei der NRW.BANK gestellt werden“, erklärt Barbara Fischer, „für Vereine hingegen ist der erste Ansprechpartner die Hausbank.“ Die Arbeiten an den Sporthallen der Grundschulen sind bereits abgeschlossen. Für die energiebewusste Sanierung wurde die Gemeinde im „E.KOMMUNAL-Wettbewerb“ der E.ON Westfalen-Weser AG ausgezeichnet.



